In dieser Rubrik stellen wir die Leiterinnen und Leiter unserer Regionalgruppen vor.
Beruflicher Hintergrund
Ich habe Medientechnik und anschließend Medieninformatik in Düsseldorf studiert. Parallel dazu habe ich mich kontinuierlich praktisch mit Technik beschäftigt – von Audiorecordings und Live-Mixing über Löt- und Bastelarbeiten an Mikrofon- und HiFi-Verstärkern bis hin zu freiberuflichen Tätigkeiten in der Nachrichtenproduktion beim Westdeutschen Rundfunk. Technik war für mich damit nie nur Studieninhalt, sondern stets gelebte Praxis.
Neben der Produktion haben mich früh die zugrunde liegenden Systeme, ihre Vernetzung und ihr Zusammenspiel interessiert. Um mich stärker mit Systemdesign und technischer Infrastruktur auseinanderzusetzen, bin ich bei Qvest in der System Integration gestartet. Dort lag mein Fokus auf der Konzeption, Umsetzung und Weiterentwicklung von großen Broadcast-Infrastrukturen. Durch das mir früh entgegengebrachte Vertrauen konnte ich viele Jahre internationale Projekte begleiten und komplexe Systeme ganzheitlich von der Planung bis zur Inbetriebnahme betreuen.
Seit Anfang 2025 bin ich bei Sportcast in Köln tätig. Als Tochterunternehmen der DFL Deutsche Fußball Liga fungiert Sportcast als zentraler Host Broadcaster für alle Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte technische Wertschöpfungskette von der Produktion im Stadion über Kontribution und Distribution bis hin zur Archivierung von Inhalten. Entsprechend werden hochkomplexe, verteilte Produktionsprozesse und Broadcast-Infrastrukturen orchestriert, um ein bestmögliches Produkt zu erzeugen.
In meiner Rolle als ‚Product Owner Broadcast & Infrastructure‘ verantworte ich die technologische Weiterentwicklung dieses Produktionsökosystems. Ich analysiere bestehende Systeme, evaluiere neue Lösungen, identifiziere Optimierungspotenziale und arbeite daran, Infrastruktur effizienter und zukunftsfähig zu gestalten - stets mit einem ganzheitlichen Blick auf das Gesamtsystem.
So bin ich zur FKTG gekommen
Kennengelernt habe ich die FKTG vor vielen Jahren über das FKT-Magazin und seine interessanten Beiträge. Während meiner Masterthesis habe ich teilweise Wochen in den Ausgaben geblättert. Dass ich selbst einmal eine Funktion innerhalb der FKTG übernehmen würde, hätte ich mir damals allerdings nicht vorstellen können.
Mit der Neubesetzung der Regionalgruppenleitung Köln ergab sich 2023 dann gemeinsam mit Benedikt Krönung die Möglichkeit, die FKTG-Aktivitäten in der Region in Form einer „Doppelspitze“ neu zu beleben - eine Chance, die ich nicht ablehnen konnte 😉 Dank der von Beginn an sehr guten Zusammenarbeit mit Bene, vernetzen wir nicht nur die Region, sondern haben auch großen Spaß dabei.
Seit Beginn organisieren wir halbjährlich Abendevents in Kooperation mit wechselnden Gastgebern wie Riedel, Qvest, der Hochschule Düsseldorf, dem WDR oder RTL. Die Resonanz ist durchweg positiv - zuletzt nahmen über 60 Personen an einem Treffen teil. Ziel ist es, eine etablierte Austauschplattform für die Branche zu schaffen, auf der aktuelle Herausforderungen und innovative Lösungsansätze diskutiert werden. Inhaltliche Impulse setzen wir durch kurze Fachvorträge, die im anschließenden Get-together vertieft und gemeinsam diskutiert werden können.
Das begeistert mich an Medientechnik
Ich bin schon immer technikbegeistert gewesen. Mich interessiert dabei nicht nur der Zweck oder das Ergebnis von Technik, sondern vor allem das „Wie“ und das „Dahinter“. Schon früh habe ich daher immer wieder an technischen Dingen „gebastelt“ und mich damit gewissermaßen mit der Vorstufe des Engineerings beschäftigt. 😉
Meine Begeisterung an Medien- und letztendlich an Broadcasttechnik, entstand ursprünglich durch mein Interesse an Audiotechnik und Audiorecording (weil man das eigene Gitarrenspiel ja irgendwie auf Band bringen muss). Das war ausschlaggebend dafür, dass ich mich dazu entschieden habe, Medientechnik zu studieren.
Gerade im Bereich der Medientechnik begeistert mich, dass man mithilfe perfekt aufeinander abgestimmter Technik und Infrastruktur komplexe Systeme aufbauen kann, mit denen Events wie Sportereignisse und Konzerte aber auch Film-, Musik- und Nachrichtenproduktionen auf höchstem Niveau realisiert werden.
Da ich sowohl Technik als auch Fußball großartig finde und nun beim Host Broadcaster der Bundesliga arbeiten darf, ist das für mich natürlich eine absolute Win-Win-Situation 😉
Lieblingsprojekt oder Erfolgsmoment
In meiner beruflichen Laufbahn hatte ich das Privileg, an den unterschiedlichsten Orten weltweit tätig zu sein. Neben vielen spannenden Projekten lässt sich dabei ein Consulting-Projekt in Australien besonders hervorheben, bei dem ein Kunde Unterstützung bei der ganzheitlichen Migration seiner in die Jahre gekommenen TV-Infrastruktur hin zu moderner IP-Technologie benötigte. Dass ein Kunde in Australien bereit war, Expertise aus dem weit entfernten Deutschland einzubinden und die Wahl dabei auf mich fiel, empfinde ich als große Ehre und als besondere Anerkennung meiner Arbeit.
Es ist unglaublich spannend, so weit weg von der Heimat tätig zu sein: Man sammelt neue Eindrücke, erlebt einen intensiven fachlichen und kulturellen Austausch und nimmt Erinnerungen mit, die einen sowohl beruflich als auch persönlich bereichern. Gleichzeitig entstehen Kontakte, die man über Jahre hinweg pflegt und mit denen sich ein Netzwerk über Deutschland hinaus spannt.
Die Möglichkeit an vielen (auch kulturell) unterschiedlichen Orten seiner Leidenschaft nachgehen zu dürfen, ist ein echtes Privileg - und eines, das man sich stets bewusst machen und wertschätzen sollte.
Technik-Gadget, ohne das du nicht kannst
Wie wahrscheinlich bei den meisten Menschen: Im Zweifel mein Smartphone.
So sieht ein typischer Tag bei mir aus
Einen typischen Arbeitstag gibt es für mich eigentlich nicht. Es gibt Tage, an denen ich viel Zeit am Rechner verbringe oder in Meetings eingebunden bin, in denen Konzepte ausgearbeitet, Abstimmungen getroffen oder technische Details geplant werden.
An anderen Tagen bin ich während Produktionen im Fußballstadion vor Ort, entwickle neue Konzepte und Setups oder teste technische Lösungen. Wieder an anderen Tagen bin ich bei Dienstleistern, im Austausch mit Kunden oder auf Messen unterwegs, um neue Technologien kennenzulernen, Kontakte zu pflegen und Impulse für zukünftige Projekte mitzunehmen.
Genau diese Abwechslung macht für mich den Reiz aus: die Mischung aus Design & Planung, praktischer Umsetzung und Austausch – verbunden mit einer gewissen Selbstbestimmung bei der Gestaltung meines Arbeitsalltags.
Wenn ich gerade nichts mit Technik zu tun habe
Verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie, spiele Gitarre, gucke Fußball, mache Sport oder arbeite an einem von 1.000 Handwerk-Projekten am Haus.
Drei Wörter, die mich beschreiben
Aufgeschlossen, detailverliebt, nerdy
Mein Tipp an Nachwuchstalente
Man sollte niemals zögern, neue Wege zu wagen. Wenn man sich selbst etwas zutraut, gleichzeitig aber auch bereit ist, Rückschläge in Kauf zu nehmen und aus Fehlern zu lernen, ist man meiner Meinung nach langfristig auf einem sehr guten Weg.
Ohne den Mut zur Praxis (auch ohne Ahnung!) wäre ich niemals dort, wo ich heute stehe – und ich lerne auch jetzt noch jeden Tag dazu. Gerade die Technologiebranche braucht Menschen, die bereit sind, sich auszuprobieren, sich in neue Themen zu denken und eine echte Hands-on-Mentalität mitbringen.
Konkret bedeutet das: Nicht nur im „Kämmerlein“ studieren, sondern aktiv Praxiserfahrung sammeln. Bewirb dich für ein Praxissemester, ein Praktikum oder deine Abschlussarbeit bei einem Unternehmen und nutze die Gelegenheit, reale Arbeitsabläufe und Technologien kennenzulernen.
Die FKTG ist dabei ein großartiges Netzwerk aus vielen engagierten und hilfsbereiten Menschen. Ich kenne niemanden in diesem Umfeld, der sich nicht über solche Anfragen freuen würde 😊 Also: Kontaktiere uns und besuche unsere Netzwerkveranstaltungen!
